Elektrozaun zum Schutz brütender Strandvögel

Viel Arbeit zur Brutsaison

Bereits im vierten Jahr haben wir zu Ostern vor St. Peter-Ording einen Elektrozaun zum Schutz eines Vogelbrutgebiets aufgebaut. Ein kleiner, hoch liegender Strandwall bietet hier eigentlich gute Bedingungen für die Ansiedlung von Regenpfeifern und Seeschwalben. Allerdings hatten Füchse und eingeschleppte Marderhunde deren Bestände über Jahre stark absinken lassen. Der Zaun soll nun verhindern, dass die Säuger die meisten Vogelgelege zerstören. 

Bei stürmischem Wetter setzte das Stationsteam zwei Tage lang schwere Holzpfähle, befestigte die Zaunbahnen und installierte die Elektrotechnik. Schon am folgenden Tag waren frische “Spielnester” zu sehen, die die Regenpfeifer-Männchen den Weibchen zur Auswahl für die spätere Eiablage anbieten.
Am Ostermontag überspülte allerdings eine über einen Meter höher als normal auflaufende Flut fast die Hälfte des Gebiets und beschädigte auch den Zaun, so dass einige Reparaturen nötig waren.
Nun hoffen wir, dass sich bald das ruhigere Frühjahrswetter einstellt, so dass die Strandvögel ihre Eier legen und diese ungefährdet von Füchsen oder Fluten ausbrüten können.

Das Zaunprojekt vor St. Peter- Ording wird unter Federführung des Michael-Otto-Instituts im NABU im Rahmen des nationalen Artenhilfsprogramms für Strandbrutvögel durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.

Gruppenbild auf dem Bauhof
Zufriedene Gesichter nach dem Verladen 80 schwerer Holzpfähle auf dem Bauhof in St. Peter-Ording. Die Tourismuszentrale transportierte diese dann an den Strand.
Freiwillige schleppen Pfähle
Verteilung des Materials im Brutgebiet.
Pufferzone und Elektrozaun
Nach zwei Tagen war der Elektrozaun mit dem Solarmodul komplett. Um touristische Störungen auszuschließen, ist das eigentliche Brutgebiet von einer Pufferzone mit einer Schilderreihe und Infotafeln umgeben.
Gruppenbild vor dem Zaun
Sichtlich stolz präsentierte das Team das Ergebnis seiner Arbeit.
Markierter Sandregenpfeifer am Brutgebiet
Einige Sandregenpfeifer wurden im Vorjahr im Projekt mit Farbringen markiert, um Nester und Jungvögel den einzelnen Brutpaaren zuordnen zu können. Dieser Vogel erkundete jetzt das neue Gebiet.
Salzwiese am Schutzgebiet
Bild einer automatischen Kamera zur Erfassung von Füchsen und Marderhunden am Karfreitag an der Außenseite des Elektrozaunes.
Vogelschwarm über nächtlichem Hochwasser
Bild des selben Geräts bei der Flut früh am Ostermontag. Glücklicherweise hatten wir die Kamera am Abend vorher einen halben Meter höher gestellt. Sonst wäre auch sie überspült worden.
Zaun und Brutgebiet nach dem Hochwasser
Die Situation bei Tageslicht: Der dunkle Spülsaum der Flut lag weit oben im Gebiet. Zugleich war der Elektrozaum beschädigt.
Freiwillige am Zaun
Im kräftigen Wind machten wir uns mit einer kleinen Gruppe wieder an die Reparaturen.
Spielnest im Schutzgebiet
Die Zeit drängt. Im Muschelsand knapp oberhalb des Flutsaums hat ein Sandregenpfeifer schon eine kleine kraterförmige Nestkuhle angelegt. Bald könnten hier die ersten Eier gelegt werden.