Faszinierende Brutvogelkartierung

Fotoserie aus der Schutzgebietsbetreuung

Unsere Freiwilligen leben und arbeiten am und im Nationalpark Wattenmeer - dort wo viele andere Menschen nur für einige Tage im Jahr Urlaub machen können. Aus der Nähe zur einzigartigen Natur ergeben sich immer wieder besondere Erlebnisse. So kann eine mit dem Sonnenaufgang beginnende Brutvogelkartierung zwar anfangs frostig kalt sein. Doch können sich im Laufe der Tour zahlreiche spannende Beobachtungen ergeben.

Und wenn jemand dann noch die richtige Kamera dabei hat, können wunderschöne Bilderserien entstehen. Am 8. Mai begleitete Fotograf Bjarne Doormann unsere Freiwillige Pauline bei einer Brutvogelzählung südöstlich von St. Peter-Ording. Schon um 5 Uhr starteten sie, um zum Sonnenaufgang am Seedeich bei Süderhöft zu sein. Vom Deich und später auch auf Gängen durchs breite Vorland waren insbesondere Rotschenkel und Austernfischer zu erfassen. Abseits der eigentlichen Kartierung stießen die beiden auch auf viele andere Vögel. Beim Blick hinaus aufs Watt waren sogar Seehunde zu sehen. Die Fotos dokumentieren einen einzigartigen Kontrollgang.

Die Erlebnisse der Freiwilligen fließen auch in ihre Veranstaltungen ein, so dass Wattwanderungen ebenso wie Vogelführungen oder Radtouren von den persönlichen Erfahrungen geprägt und immer wieder anders sind. Das gesamte Angebot findet sich in unserem Veranstaltungskalender sowie auf den Seiten der einzelnen Stationen.

Freiwillige radelt über den Deich
5 Uhr, 5 Grad - es kostete schon etwas Überwindung, an diesem Morgen auf das Fahrrad zu steigen.
Mit dem Rad an den Deichschafen vorbei
Die Schafe hatten augenscheinlich schon das Frühstück begonnen.
Zählerin am Spektiv im morgendlichen Sonnenlicht
Wo es möglich ist, beginnt eine Brutvogelkartierung mit dem Blick vom Seedeich. Zur Ausrüstung gehören neben dem Fernglas das Fernrohr auf dem Stativ sowie der Tablet-Computer, in den die Daten direkt eingegeben werden. Die Tautropfen im Gras zeigen, dass es noch ziemlich früh ist.
Rotschenkel steht auf Zaunpfahl
Rotschenkel brüten tief in der Vegetation versteckt. Erfasst werden oft nur die Partner, die das Revier im Blick haben. Kommt aber ein Greifvogel, können auch viele der eigentlich brütenden Tiere plötzlich in der Luft sein.
Freiwillige blickt mit Fernrohr über die Salzwiesen
Vorländer bis zu einer Breite von etwa 400 Metern kann man allein mit dem Spektiv vom Deich kontrollieren. In breitere Salzwiesen muss man hineingehen.
Seeadler sitzt auf dem Watt
Dieser Seeadler hatte viel Unruhe unter die Brutvögel gebracht. Nachdem er auf dem Watt landete, beruhigte sich die Situation. Die im Schlick pickenden Strandläufer scheinen von ihm kaum Notiz zu nehmen.
Seehunde am Rand einer Sandbank
Noch weiter draußen ließen sich beim ablaufenden Wasser diese Seehunde auf einer Sandbank trockenfallen, um Sonne zu tanken.
Freiwillige in hoher Salzwiesen-Vegetation
Das Vorland vor Süderhöft ist über einen Kilometer breit, so dass Pauline hier auf vorher festgelegten Pfaden weit draußen liegende Beobachtungspunkte ansteuert.
Austernfischer im Sturzflug
Geht man durch die Salzwiese, versuchen die Austernfischer, die Eindringlinge durch rasante und lautstarke Sturzflüge möglichst von ihren Nestern fernzuhalten. Aber die Freiwilligen sollen ohnehin keine Gelege suchen. Ihnen reicht für die Kartierung das Revierverhalten der Vögel.
Storch im Landeanflug
Im Vergleich dazu eher entspannt und still schwebt dieser Storch über die Salzwiese. Er brütet binnendeichs und ist hier nur auf Nahrungssuche.
Schafstelze auf Zaun
Ungewohnte Farbe bringt diese Schafstelze mit sich. Leuchtend gelb rastet sie auf einem Schafgatter.
Blaukehlchen im Raps
Auf dem Rückweg an der Innenseite des Deichs wurde es noch bunter. Im knallgelben Raps sang blau, rotbraun und weiß ein Blaukehlchen.