Großes Auge am Himmel

Winzige Eiskristalle erzeugen seltene Bilder

Über dem Nationalpark Wattenmeer konnte man heute zeitweise seltene Himmelsphänomene beobachten. Die Ausläufer eines Regengebiets über Niedersachsen zogen in dünnen Schichten nordwärts. 
Auf Eiderstedt leuchtete vormittags unter der Sonne und knapp über dem Horizont ein bunter Streifen auf. Später erstrahlten rechts und links der Sonne immer wieder intensive “Nebensonnen”, die teilweise durch eine helle Linie mit der eigentlichen Sonne verbunden schienen. 
In der Mittagszeit war dann zumindest über St. Peter-Ording ein vollständiger Kreis rund um die Sonne zu sehen, der oben und unten besonders kräftig strahlte und manchmal an ein Auge erinnerte.

Alle Phänomene sind sogenannte Halo-Erscheinungen, die durch Brechung und Reflexion an unterschiedlichen Eiskristallen in den hohen Wolkenschichten entstehen. Nebensonnen beruhen dabei auf waagerecht schwebenden Eisplättchen, während der große Kreis durch ungeordnete Kristalle zustande kommt.

Eine Übersicht über verschiedene Halos gibt es hier bei Wikipedia.

 

Dünne Schleier ziehen auf
Bald nach 9 Uhr schoben sich dünne Schleier über den bis dahin blauen Himmel. Ein leicht angedeuteter Ring um die Sonne leuchtet knapp über dem Horizont auffallend bunt und hell.
Sonne mit zwei schwachen Nebensonnen
Wenig später waren zusätzlich Nebensonnen zu erahnen - in diesem Bild jeweils in den beiden oberen Ecken.
Sonne und kräftige Nebensonne
Um 9:35 Uhr strahlte die rechte Nebensonne besonders bunt und kräftig. Durch einen dünnen Horizontalbogen schienen beide Lichter mit einander verbunden. Die Nebensonne wirkte zeitweise wie ein Komet mit einem Schweif.
Auge am Himmel
Mittags strahlte über den Dünen von St. Peter-Ording ein Ring rund um die Sonne. Da er oben und unten besonders kräftig war, konnte man an ein großes Auge am Himmel denken.
Blick von einem Steg auf Priel und Himmel
Der Ring war so klar zu sehen, dass er sich auch im Wasser dieses Priels spiegelte.
Mittagssonne mit Ring
Mittagssonne samt Ring über den typischen Pfahlbauten vor St. Peter-Ording.