Kalt, windig, nass
Brütende Regenpfeifer trotzen den Elementen
Nicht leicht haben es kleine Brutvögel wie die See- und Sandregenpfeifer zurzeit an den Stränden des Wattenmeers. Der Mai ist bislang zu kalt und mehrfach brachten auch Wind und Fluten die Nester der Vögel in Gefahr.
Am 11. Mai stieg das Abendhochwasser gut einen halben Meter über das Mittlere Hochwasser. Vor St. Peter-Ording reichte das, um leider ein tief liegendes Gelege der Seeregenpfeifer zu überspülen. Das bis dahin auch bei Wind, fliegendem Sand und Besuch größerer Nachbarn unentwegt brütende Männchen konnte nur noch zusehen, wie die Wellen die weit bebrüteten und entsprechend leichten Eier aus der Nestmulde rollten und letztlich unter Algenschaum versteckten. Dieses Gelege war verloren.
Am 16. Mai lief die Flut in der Dunkelheit frühmorgens sogar etwa einen Meter über Normal auf. Viele Strände und Salzwiesen samt mancher Nester wurden überspült. Vor St. Peter lief das Wasser durch den Elektrozaun, den wir zum Schutz gegen die Füchse aufgebaut haben. Eine automatische Kamera dokumentierte, wie das Wasser direkt bis an ein Nest der Sandregenpfeifer heran kam - und nicht weiter stieg. Die beiden Vögel brüteten danach einfach weiter. Am Nachmittag reinigten wir den Zaun von Algen, um ihn wieder unter Strom setzen zu können.
Auf Föhr wurden zwei Gelege der Sandregenpfeifer überspült. Deren Eier waren noch jünger und schwerer, so dass sie in den Nestkuhlen liegen blieben. Ein Sandregenpfeifer-Paar gab leider auf. Das andere schaffte es jedoch, die vier Eier alle wieder aus dem Kies zu befreien - und brütet seither weiter.
Ab Pfingsten soll das Wetter ruhiger und wärmer werden. Wir hoffen, dass die Vögel der verbliebenen Nester nun bald ihre Jungen zum Schlüpfen bringen und die anderen vielleicht noch günstige Orte für Nachgelege finden. Da besseres Wetter allerdings auch zu Strandspaziergängen einlädt, bitten wir darum, im Nationalpark auf den Wegen zu bleiben und insbesondere die beschilderten besonderen Brutgebiete zu beachten. Vielen Dank!
Das Zaunprojekt vor St. Peter- Ording sowie die Arbeiten auf Föhr werden unter Federführung des Michael-Otto-Instituts im NABU im Rahmen des nationalen Artenhilfsprogramms für Strandbrutvögel durchgeführt und vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert.












