Nächtliche Vogelberingung auf Helmsand

Freiwillige helfen bei Forschungsprojekt

Ganzjährig alle zwei Wochen zählen unsere Freiwilligen auf Probestrecken die Zugvögel und liefern so die Daten über langfristige Bestandstrends heimischer und arktischer Küstenvogelarten.

Um auch Ursachen für mögliche Bestandsveränderungen näher zu kommen, untersuchen Forscherinnen und Forscher der Universität Kiel zugleich seit Jahren die Zugwege und Bewegungsmuster von Wattenmeervögeln. Dazu werden etwa einmal monatlich nachts im Watt Vögel gefangen, um sie mit Sendern auszustatten. Freiwillige der Schutzstation unterstützen regelmäßig diese Fangaktionen. Mitte Juli war auf Helmsand vor dem Meldorfer Speicherkoog auch unsere Biologin Barbara Ganter mit dabei. Vielen Dank an unsere ehemalige Freiwillige Johanna Bussat für die gelungenen fotografischen Eindrücke dieser langen Nacht.

Zurzeit bereiten sich an der Westküste viele heimische Zugvögel auf ihre Reise in den wärmeren Süden vor, während aus der Arktis bereits Knutts, Alpenstrandläufer und andere Watvögel ins nahrungsreiche Wattenmeer kommen, um hier den energiezehrenden jährlichen Federwechsel durchzuführen. 
Diese Artenvielfalt kann man selber auch auf unseren Vogelführungen kennenlernen, die unsere Freiwilligen an vielen Orten anbieten. Die Termine finden sich im Veranstaltungskalender und auf den Seiten der jeweiligen Stationen

Netzbahnen auf dem Watt
Am Nachmittag vor dem Fang werden die Netze im Watt aufgebaut. Danach werden sie bis zum Einbruch der Dunkelheit zusammengeschoben und erst dann wieder geöffnet.
Person mit Vogel am Netz
Rote Stirnlampen sorgen für sanfte Beleuchtung beim nächtlichen Arbeiten im Watt. Hier nimmt Jonathan aus Büsum einen Alpenstrandläufer aus dem Netz.
Forscher vermisst Brachvogel
Schon kurz nach Mitternacht ging ein Brachvogel ins Netz, der hier gerade vermessen wird und später einen Sender bekommt. Alle nötigen Gerätschaften für Vermessung und Beringung liegen bereit.
Vergleich der Flügel mit Bildern in Buch
Beim Rotschenkel kann man am Muster der kleinen Federn erkennen, ob es sich um einen Jung- oder Altvogel handelt.
Gemeinsame Altersbestimmung eines Rotschenkels
Mads Eskildsen und Andreas Bange von der Uni Kiel schauen zusammen mit Barbara noch einmal genau hin.
Nächtliche Arbeit
Luis aus Husum und Andreas Bange am Beringungstisch.
Messen und Notieren
Andreas Bange begutachtet die Handschwingenmauser eines Alpenstrandläufers, während Sophie aus dem Meldorfer Speicherkoog protokolliert.
Messung des Flügels
Auch ein Steinwälzer war mit dabei und bekam nach der Vermessung einen Sender.
Arbeit in der Morgendämmerung
Barbara nimmt Maße, Severin aus Büsum protokolliert - alle anderen sind am sehr frühen Morgen schon etwas müde.
Sonnenaufgang bei Helmsand
Zum Sonnenaufgang gegen 5 Uhr waren die gefangenen Vögel wieder unterwegs. Alle am Fang Beteiligten konnten nach der arbeitsreichen, aber auch sehr schönen Sommernacht zusammenpacken und heimfahren.