Start in die Brutvogel-Kartierung

Schulung und erste Zählungen

Vom 10. bis 12. März fand auf Hooge wieder die Schulung zur Brutvogel-Kartierung statt. Biologe Benjamin Gnep erläuterte den auf die Hallig gereisten Freiwilligen sowie den aus vielen Stationen per Internet zugeschalteten Kolleg:innen ausführlich die Zählmethoden. Als praktische Übung wurden auf Hooge dann beispielhaft die Graugänse gezählt. Diese sind die frühesten Brutvögel in den Salzwiesen und werden auf den Probestrecken der Stationen bereits in einem ersten Durchgang ab dem 15. März erfasst.

Für die Halbjahres-Freiwilligen, die ihren Dienst Anfang März begonnen haben, war das Seminar nicht nur vogelkundlich interessant. Denn hier bot sich zugleich die Möglichkeit, den Arbeitsalltag der Hooger Station kennenzulernen sowie Kontakte im Kreis der Kolleg:innen der ganzen Westküste zu knüpfen.

Die bereits genannten Graugänse oder auch Rotschenkel und Säbelschnäbler beginnen ihre Brut sehr viel früher als etwa Seeschwalben, die teilweise erst Mitte April aus dem Süden eintreffen. Daher umfasst die Brutvogel-Kartierung insgesamt sechs fünftägige Zählzeiträume zwischen Mitte März und Anfang Juni. Jede der Vogelarten wird bei je zwei dieser Erfassungen kartiert. Bei den Zählungen werden keine Gelege gesucht, da dies starke Störungen der Vögel verursachen würde. Stattdessen werden die mutmaßlichen Brutpaare erfasst, deren Verhalten darauf hinweist, dass sie Reviere besetzt haben. Wird über Jahre hinweg mit der selben Methode gearbeitet, lassen sich Veränderungen in den Brutbeständen auch so gut dokumentieren.
 

Vogelbeobachter sieht durch Fernglas
Feldübung zur Brutvogel-Kartierung auf Hallig Hooge.
Grauganspaar vor Halligwarft
Nicht nur auf Hooge besetzen Graugänse sehr früh ihre Brutareale. So ein Paar, das sein Territorium aktiv gegen Nachbarn verteidigt, wir als ein "Revierpaar" gewertet.
Collage zur Vogelbeobachtung
Neben den Vorträgen und praktischen Übungen war auch Zeit für besondere Beobachtungen, wie dieser seltenen Rothalsgänse oder des abendlichen Zugs arktischer Gänse zu ihren Schlafplätzen auf dem Watt.
Gruppe auf Hallig Hooge
Gruppenbild mit Freiwilligen von Schutzstation und anderen Verbänden.
Freiwilliger am Fernrohr
Bei der ersten Kartierung nördlich von Büsum konnte Freiwilliger Severin bereits seine Kenntnisse vom Seminar in der Praxis anwenden.