Vor 50 Jahren: Hallig Hooge nach der Orkanflut

Alte und neue Fotos

Auch Hallig Hooge war von der “Capella”-Orkanflut am 3.1.1976 stark betroffen. Einige Fotos von einem Rundgang kurz danach geben auch im Nachhinein einen Eindruck mit welchen Kräften Wind, Wellen und Strömung auf die Hallig gewirkt hatten. In vielen tiefer liegenden Häusern hatte das Wasser gestanden. Gartenzäune, Tore und selbst viele schwere Grabsteine auf dem Friedhof waren umgeworfen worden. 

Zum Vergleich zeigen wir auch Bilder vom Landunter früh am 2.1.2026. Am Beispiel der Hanswarft ist zu sehen, wie etwa das damals ungeschützt zur See stehende Hallig-Hus und die Schutzstation heute durch einen Ringdeich gesichert sind. Der neue Markt-Treff steht etwa einen Meter höher als diese über 50 Jahre alten Gebäude. 

Die Fahrwassertonne, die im übrigens im Dezember auf dem Weg zum Japsand lag, wurde am 2.1.2026 an der Hooger Steinkante angespült. 

Das letzte Bild zeigt die Hallig Norderoog im Spätwinter 1976 nur mit der historischen “Jens-Wandt-Hütte”, die heute im Wattenmeer-Besucherzentrum in Wilhelmshaven steht. Diese hatte die Orkanflut vergleichsweise gut überstanden. Die höhere neue Vogelwärterunterkunft nebenan hatten die Wellen allerdings komplett von den Pfählen gehoben und mit dem Sturm treibend auf Reisen geschickt.

Mehr über die Flut von 1976 auf Hallig Langeneß und vor Westerhever

Collage zweier Bilder der Flut am Rand einer Warft
Mitten in der Nacht vom 1. zum 2. Januar 2026 wurden weite Flächen der Hallig Hooge überspült. Hier zwei Fotos am Spielplatz an der Hanswarft.
Hanswarft von Westen mittags am 2.1.2026
Am Nachmittag war das Wasser wieder um einen halben Meter gesunken, so dass einige Wege zu betreten waren. Das Haus der Schutzstation (in der Mitte) wurde nach der Sturmflut 1962 sichtbar höher angelegt, als die älteren Gebäude rechts daneben. Der neue Markttreff links liegt jetzt seinerseits etwa einen Meter höher als unser Haus, das nun durch einen höheren Ringdeich besser geschützt ist.
Hanswarft von Norden abends am 2.1.2026
Bei weiter ablaufendem Wasser machten sich unsere Freiwilligen vorgestern auf einen Erkundungsgang über die näheren Wege - glücklicherweise ohne auf größere Schäden zu stoßen.
Hanswarft von Norden nach der Flut 1976
Im Januar 1976 sah es anders aus. Ohne den heutigen Ringwall war das Wasser zwischen den Häusern hindurch geströmt. Das damals neue Hallig-Hus links stand noch völlig frei. Dahinter rechts das heutige Nationalpark-Haus. An der Auffahrt hatten die Wellen Löcher in den Warftboden gerissen, die hier noch notdürftig mit Buschwerk gesichert waren.
Hanswarft von Norden abends am 2.1.2026
Der Bereich des alten Fotos ist hier noch einmal rot markiert. Das Hallig-Hus hat heute ein anderes Dach und links einen grauen Giebel. Die älteren Häuser sind inzwischen durch den Ringdeich besser geschützt. Der neue Markt-Treff (rechts) liegt etwa einen Meter höher.
Blick vom Friedhof zur Hanswarft
1976 führte die Wanderung weiter zur Kirchwarft. Im Hintergrund noch die Hanswarft. Der Zaun des Friedhofs war großenteils von der Brandung umgeworfen worden.
Blick über den Friedhof zur Kirche
Manche Zaunelemente fehlten auch einfach - und dürften irgendwo auf Pellworm oder am Festland angespült worden sein.
Blick vom Friedhof zur Schleuse
Das markante Kreuz auf dem Friedhof hatte die Flut überstanden. Viele schwere Grabsteine waren jedoch von den Wellen umgeworfen worden. Im Hintergrund die Schleuse, durch die nach Landuntern das Wasser von der Hallig ablaufen kann.
Beschädigter Sommerdeich
Im Sommerdeich westlich der Schleuse hatten Wellen und Strömung sogar diese tonnenschweren Betonplatten in Bewegung gebracht.
Seetonne an der Steinkante
Die Flut vom 2.1.2026 trieb diese Fahrwassertonne an die Kante der Hallig Hooge. Im Hintergrund links am Horizont sind klein die beiden Pfahlbauten auf Hallig Norderoog zu erkennen.
Hallig Norderoog im Winter 1973 mit fehlender Hütte
Vor 50 Jahren hatte die Orkanflut auf Norderoog die damals neuere Hütte von ihren Pfählen gehoben und fortgespült. Die historische Hütte von Vogelwart Jens Wandt war hingegen größtenteils stehengeblieben.