Folgten Pottwale Tintenfischen in die Nordsee?

Mögliche Ursache für Walstrandung

16.02.2016

Die Pottwale sind ihrer Lieblingsbeute in die zu flache Nordsee hinterhergeschwommen und haben sich dann hier verirrt. Das ist nach Ansicht britischer Forscher die Ursache für das Walsterben in der Nordsee Anfang 2016. Wie die BBC berichtete, hatten die in den Niederlanden gestrandeten Pottwale mit Tintenfischen gut gefüllte Mägen, die in der Tiefseerinne vor Norwegen leben. Zum gleichen Ergebnis kommt auch das Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Zwei Tintenfischarten, die in der Norwegischen See, im Barentsmeer und den Gewässern bei Island vorkommen, machten den Hauptbestandteil der Nahrung aus, die die Kieler Forscher in den Mägen der Pottwale fanden, die in Deutschland verendeten.

Die Wale waren äußerlich unversehrt und gut genährt. Schwere Stürme im Atlantik können Anfang Januar dafür gesorgt haben, dass die Tiefseetintenfische zusammen mit wärmeren Wasser in die Nordsee gelangt  und die Pottwale ihnen gefolgt sind.

Einmal in das für sie viel zu flache Meer geraten, war das Schicksal der majestätischen Tiere besiegelt. Im seichten, sandigen Wasser versagte ihr für große Tiefen ausgelegtes Ortungssystem: 29 Pottwale strandeten Januar und Februar 2016 an der britischen Südküste, im niederländischen und deutschen Wattenmeer.

Weitere Informationen zu Pottwalstrandungen 

Vor Dithmarschen gestrandete Pottwale Foto: H.Brunckhorst, LKN