Wrack an der Hörnum-Odde

Sommerliche Landverluste legen Rumpf eines historischen Schiffs frei.

09.10.2016

Im vergangenen Winter waren Sturmfluten die Ursache für starke Landverluste an der Sylter Südspitze "Hörnum-Odde", die nicht nur in Fachkreisen, sondern auch in den Medien intensiv diskutiert wurden.
Die Freilegung eines historischen Wracks an der Westseite der Odde zeigt nun, dass die Abbrüche der Sandküste dort auch außerhalb der winterlichen Sturmflut-Saison voranschreiten.

Spaziergänger entdeckten am 3. Oktober südlich des Tetrapodenbauwerks das bei Niedrigwasser trockenfallende Wrack. Erste Untersuchungen des Archäologischen Landesamts ergaben, dass es sich hierbei um Reste eines bislang unbekannten Schiffes handelt, die jetzt durch die Erosion der Küste freigelegt wurden. Erbaut wurde das Schiff offenbar zwischen 1650 und 1800. In Plattboden-Bauweise diente es dem Verkehr im Wattenmeer.
Bemerkenswert ist nach Ansicht des Leiters der Sylter Schutzstation, Dennis Schaper, der Zeitpunkt des Fundes: "Das Wrack wurde nicht durch eine starke Wintersturmflut freigelegt, sondern nach einem eher ruhigen Sommer. Dies macht deutlich, wie stark die Erosion an der Westseite der Odde auch im Sommerhalbjahr war."

Die Hörnum-Odde ist mit ihren Dünen als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Nachdem der Ort Hörnum 1967/68 mit einer Reihe großer Beton-Tetrapoden samt eines Querwerks gesichert wurde, verringerte sich die Dünenfläche der Odde von über 100 auf etwa 40 Hektar. 1990 brachte eine große Sandvorspülung eine Atempause.
Seit 2005 halbierte sich der Bereich der Dünen auf der Odde allerdings noch einmal auf zurzeit etwa 20 Hektar.


Mehr hierzu auch auf einer Sonderseite der Zeitschrift "wattenmeer" 2016-1.

 

 

Das Wrack an der Westseite der Hörnum-Odde. Im Hintergrund das Tetrapoden-Bauwerk.

Die Dünen- und Vegetationsfläche des Naturschutzgebiets "Hörnum-Odde" hat sich seit 1970 von über 100 auf etwa 20 Hektar verringert.