Das Königsgras der Küste
Strandhafer - Pflanze des Monats Oktober
Wer an Küstendünen denkt, denkt an Strandhafer. Das blonde Dünengras, das sich im Wind wiegt oder klaglos von ihm gepeitscht wird, kann den Flugsand zu 30 Meter hohen Dünen auftürmen. Während andere Pflanzen es lästig oder gar tödlich finden, mit frischem Seesand überschüttet zu werden, braucht der Strandhafer dies sogar.
Strandhafer lässt die Dünen wachsen
Die Pflanze treibt immer wieder nach oben durch und bildet im Sand viele Etagen von Ausläufern und neuen Wurzeln. Legendär sind die Schätzungen zur Wurzellänge von großen Strandhaferbüscheln: 40 Kilometer Wurzelwerk einschließlich vieler Millionen winzigster Wurzelhärchen, die Wasser und Nährsalze aus dem Sand saugen. Die Zahl ist unsicher, aber realistisch.
Die biegsamen Blätter des Strandhafers brechen, wenn man darauf tritt. Daher verschwindet der Strandhafer von stark betretenen Dünen. In früheren Jahrhunderten wurden seine Blätter von verarmten Küstenbewohner:innen gesammelt und zu Matten und Schnüren geflochten. Dies führte zur Bildung gefährlicher Wanderdünen, die ab 1865 unter Leitung des schleswigschen Grafen Albert Heinrich Baudissin durch Strandhaferpflanzungen befestigt wurden. Bis heute werden freie Sandflächen routinemäßig vom Küstenschutz mit "Halm" bepflanzt, während aus Naturschutzsicht mindestens 10 % freie Flugsandflächen zur Küstenlandschaft gehören sollten.






