Rastloser Krabbelkäfer im Dünensand

Dünenkugelkäfer - Tier des Monats Oktober

Für fast alle Kleintiere sind Flugsandflächen an der Küste so gefährlich wie die Wanderdünen der Sahara für uns Menschen. Trockenheit, Hitze und loser Sand, dazu weit und breit weder Nahrung noch Wasser, bedeuten oft den Tod für Käfer, Fliegen oder Raupen, die auf Flugsandflächen umherirren. 

Auf Schneeschuhen durch den Sand

Nur ein Insekt ist völlig unbeeindruckt von diesen Gefahren: Der vier Millimeter lange Dünenkugelkäfer (Aegialia arenaria) aus der Verwandtschaft von Mai- und Mistkäfern ist im lockeren Dünensand zu Hause. Von April bis Oktober kann man die kugeligen schwarzen Käfer unermüdlich durch den Dünensand stapfen sehen. Ihre Hinterbeine haben Stacheln, die wie Schneeschuhe wirken, und bremsen das Abrutschen an lockeren Sandhängen. Mit Vorder- und Mittelbeinen wühlt der Käfer sich vorwärts, auch die steilen Böschungen menschlicher Fußspuren hinauf. Oft purzelt und kugelt der Käfer sofort in die nächste Fußspur, wenn er einen Hang erklommen hat. Ob ihn dies stört, ist unklar. Die Art ist aber überall an den Küsten häufig, scheint also mit dem Tourismus an Sandstränden zurecht zu kommen. Die Larve des Dünenkugelkäfers hat noch kein Mensch gesehen. Vermutlich frisst sie an Strandhaferwurzeln, der einzigen Pflanze im Lebensraum des Kugelkäfers.

Strandhafer im Sand
Die Weißdüne mit Strandhafer ist ein gefährlicher Lebensraum. Starker Wind kann in Stunden einen halben Meter Sand aufwehen.
Kleiner Käfer auf Sandkörnern
Kaum länger als ein Dutzend Sandkörner ist der Dünenkugelkäfer.
Käfer klettert im Sand
Mit seinen speziell angepassten Beinchen kommt der Käfer auch im Sand schnell vorwärts bzw. meistens eher aufwärts voran.
Käfer rücklings in größerer Fußspur
Im Auf und Ab größerer Fußspuren im Sand rutscht der Käfer allerdings oft ab. Dann muss er sich wieder aufrappeln und von vorn beginnen.