Sag mir, wo die Austern sind

Wo lebten die Austern im Wattenmeer?

Die Europäische Auster bildete in vielen Prielen des nordfriesischen Wattenmeeres (und in Ostfriesland, England, bei Helgoland...) ausgedehnte Bänke knapp unterhalb der Niedrigwasserlinie. Meist saßen die Austern locker verteilt auf alten Schalen, meist nur wenige pro m2.

Was geschah mit den Austernbänken?

Durch massive Überfischung im 19. Jh. wurden die Austernbestände so dezimiert, daß sie sich nicht mehr nach Verlusten durch Eiswinter erholen konnten und schließlich ausstarben. Ursprünglich konnten Austern bis zu 30 Jahre lang Eier legen - bei Befischung nur 3 Jahre.

Könnte die Auster zurückkehren?

Überraschenderweise wurden 1992 in der Deutschen Bucht einige Austern gefangen, die von französischen Zuchten abstammen könnten. Solange im Watt intensiv mit Schleppnetzen gefischt wird und die besten Austernstandorte von Miesmuschelkulturen eingenommen werden, stehen die Chancen allerdings extrem schlecht, daß sich wieder Austernbänke bilden.

Wieso gibt es wieder frei lebende Austern?

Die Pazifische Zuchtauster aus den Sylter Muschelkulturen konnte sich bei extremer Wärme (1990 & 1994) vermehren und hat sich stellenweise in Miesmuschelbänken angesiedelt.

Quelle: Umweltatlas Wattenmeer, Bd. 1 (1998), Ulmer Verlag. S. 168/169