Temperaturen im Wattenmeer: Mal heiß, mal Eis

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Im Watt ist alles extrem

Das Wattenmeer weist in der Nordsee sowohl die höchsten als auch die niedrigsten Wassertemperaturen auf. Das Wasser kann im Februar (Jahresminimum) unter - 1,5 °C kalt sein, so daß sich Eisschollen bilden, die das Watt u.U. monatelang bedecken. Umgekehrt kann die Wassertemperatur im August 23 °C betragen - sofern der Sommer mitspielt...

Warum ist das Watt so wechselhaft?

Das flache Wattenmeer wird von der Sonne schnell erwärmt, insbesondere, wenn die Flut die erwärmten Wattflächen überspült. Umgekehrt kühlt das Watt im Winter sehr schnell aus, so daß es zu starker Eisbildung kommen kann. Das extrem flache, ständig durchmischte Wasser zeigt stärkere Temperaturschwankungen, als sie irgendwo sonst in der Nordsee auftreten.

Wie wirkt Winterkälte auf Tiere im Watt?

Allenfalls ein Drittel der Winter im Watt ist eisig. Diese Eiswinter haben jedoch einen großen Einfluß auf die Wattorganismen. Manche Arten erfrieren leicht, z.B. Herzmuschel und Bäumchenröhrenwurm. Auch im Küstenvorfeld in 10 - 20 m Tiefe erfrieren mitunter Millionen von Muscheln. Hinzu kommt, daß Eisschollen Muschelbänke abrasieren können. Nach Eiswintern erzielen Muscheln jedoch grandiose Fortpflanzungserfolge, weil es weniger hungrige Krebse gibt. Daher sind Eiswinter zerstörerisch und lebensspendend zugleich.

Quelle: Umweltatlas Wattenmeer, Bd. 1 (1998), Ulmer Verlag. S. 62/63

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