Das Blättermoostierchen

(Flustra foliacea)

Moos oder Tierchen?

Wer am Strand ein sandfarbenes Blätterbüschel findet, hat einen Tierstock vor sich. So nennt man eine Kolonie aus Tausenden von Tieren, die durch Sprossung aus einander hervorgegangen sind.

Bei näherer Betrachtung eines Blättermoostierchens sind zahllose Kammern erkennbar, die so eng wie Bienenwaben gepackt sind.

Was tun Blättermoostierchen beruflich?

In jeder Kammer des Stockes lebt ein Moostierchen, das mit seinem gefächerten Fangarm Plankton herangstrudelt und gefressen. Auf der "Blatt"oberfläche verstreut sitzen gestielte Zangen, die automatisch nach allem schnappen, was in ihre Nähe kommt. Dies verhindert die Ansiedlung anderer Organismen auf dem "Blatt".

Woher kommen Blättermoostierchen?

Die einzelnen Moostierchen sind Zwitter, so dass jedes Individuum Eier bildet. Daraus entstehen Schwimmlarven, die sich nach kurzer Zeit auf Hartgrund festsetzen, einen Fangarm bilden und Plankton fischen. Sie wachsen durch Knospung und bilden etwa alle 4 Tage neue Kammern, die ihrerseits neue Seitenkammern bilden. Die in den Kammern lebenden Moostiere leben vermutlich nur einige Monate, werden aber durch Knospung aus benachbarten Kammern ersetzt. Moostierchen-Stöcke leben wahrscheinlich mehrere Jahre.

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