Die Kreuzkröte

(Epidalea calamita)

Wie erkennt man sie?

An lauen Maiabenden kann man in den Küstendünen einen der lautesten Lurche Deutschlands hören: die Kreuzkröte. Der schnarrende Balzruf der Männchen ist nach Sonnenuntergang über 1-2 km weit zu hören und weist den laichbereiten Weibchen den Weg zu den Laichgewässern.

Die Kreuzkröte ist mit im Mittel 6 cm Körperlänge und 20 g Gewicht unsere kleinste heimische Kröte. Erkennbar ist sie an einer gelblich-weißen Rückenlinie, die dem sonst graubraun, rötlich oder oliv gefärbten Tier nur selten fehlt.

Von der nahe verwandten Wechselkröte, die im Binnenland in ähnlichen Biotopen lebt, unterscheidet sie sich außerdem durch kontrastarme Fleckung und kürzere Finger. Die warzige Haut der Kreuzkröte ist etwas gefleckt und unterseits überwiegend weißlich. Bei den Männchen ist die Kehle dunkelgrau oder bläulich gefärbt, bei den größeren Weibchen einfach weiß. Aufgrund ihrer kurzen Hinterbeine kann die Kreuzkröte nicht hüpfen, sondern die Tiere laufen flink und fast mäuseartig huschend in der Abenddämmerung umher.

Wo ist die Kreuzkröte zu finden?

Das Verbreitungsgebiet dieser Pionierart, die typisch für vegetationslose, neu entstandene Flachgewässer ist, reicht vom Mittelmeer bis in die Ukraine und nach Südschweden. Als einziges salztolerantes Amphibium kommt die Kreuzkröte typischerweise auf vielen Inseln der Nord- und Ostsee vor. Die Art besiedelt sandige Lebensräume und war früher vermutlich entlang der Flüsse zu Hause.

Heute ist sie die seltenste Kröte Deutschlands und typisch für Sand- und Kiesgruben sowie Küstendünen. Die Tiere überwintern 0,5 -1 m tief im Boden und erscheinen von April bis September an den flachen Laichtümpeln. Die Quappen schlüpfen nach wenigen Tagen und wachsen im warmen Flachwasser schnell heran. Verluste durch Austrocknung sind häufig. Gefährlich für die Art sind jedoch nur Lebensraumverluste durch Zerstörung feuchter Sandbiotope. 

Hätten Sie gedacht, dass...

  • jedes Einzeltier ein typisches Fleckenmuster hat und daran meist individuell erkannt werden kann?
  • die Männchen in der Balzzeit mitunter so angestrengt schnarren, dass ihre Schallblase an der Kehle blutunterlaufen ist?
  • etwa ein Drittel der Männchen am Laichteich gar nicht selbst ruft, sondern als "Satellit" geduckt um einen - oft größeren - Rufer herumschleicht und nahende Weibchen abzufangen versucht?