Schützen

Das Wattenmeer genießt als Nationalpark und Weltnaturerbe den höchsten Schutzstatus. Dennoch ist es in vieler Hinsicht bedroht und gefährdet. Hier sollen im Laufe des Jubiläumsjahres "10 Jahre Welterbe" einige Punkte aufgezeigt werden, die auch in den kommenden Jahren intensives Handeln erfordern.
Doch auch spannende Entwicklungen sind möglich. Mit der Kegelrobbe hat sich schon eine früher ausgestorbene Art ihren Platz im Wattenmeer wieder erobert. Vielleicht erreichen wir mit der Rückkehr von Rochen, Austern oder anderen Lebewesen künftig wieder eine ursprünglichere Artenvielfalt. 

10 Jahre Weltnaturerbe Wattenmeer - Naturschützer dennoch besorgt um Fortbestand des Lebensraums (Pressemitteilung 20.6.19) 

Schiffssicherheit

Nach der Strandung der "Glory Amsterdam" vor zwei Jahren brachte dieser Winter gleich mehrere gefährliche Havarien mit sich. Die Medien berichteten vor allem vom Verlust von etwa 350 Containern durch die "MSC Zoe". Doch im selben Sturm trieben gleichzeitig mehrere Schiffe führerlos durch die Deutsche Bucht. Kurz darauf lief ein Gefahrguttanker in der Elbmündung auf Grund. Kurz nachdem der Frachter "Grande America" die Unterelbe und die ostfriesischen Inseln passiert hatte, geriet er in Brand, um schließlich in der Biskaya zu sinken.

Diese Beispiele zeigen nur allzu deutlich, welchem Risiko das Weltnaturerbe Wattenmeer durch den täglichen Schiffsverkehr ausgesetzt ist. Havarien mit Öltankern auf dem Weg nach Wilhelmshaven könnten jahrzehntelange Folgen mit sich bringen.
In Heft 2019-1 der Zeitschrift "wattenmeer" gaben daher wir einen ausführlichen Überblick zu diesem Thema und stellen Ansätze vor, wie die Gefährdung für die Küste verringert werden kann.

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Elbvertiefung

Ende Juli gab Bundesverkehrsminister Scheuer den offiziellen Startschuss für die mittlerweile neunte Elbvertiefung. Direkt an der Grenze des Weltnaturerbe-Gebiets haben Wasserbaumaßnahmen bisher nicht gekannten Ausmaßes begonnen. Die Medemrinne, größter Seitenarm des Elbfahrwassers, soll mit Baggergut weitgehend abgedämmt werden, um den Flutstrom zu bremsen. Unklar ist jedoch, wie sich dies auf die benachbarten Watt- und Flachwassergebiete auswirkt, die Nahrungsgrundlage der großen Flussseeschwalben-Kolonie bei Neufeld oder von über 100.000 mausernden Brandgänsen sind. 
NABU, Schutzstation Wattenmeer, Verein Jordsand und Bündnis Naturschutz in Dithmarschen drücken daher in einem Brief an das Welterbe-Komitee der UNESCO in Paris ihre große Sorge um die drohende Gefährdung der ‚außergewöhnlichen, universellen Werte’ des Weltnaturerbes Wattenmeer durch die Elbvertiefung aus. Denn trotz der erkennbaren Gefährdung hat es keine Umweltverträglichkeitsprüfung zur Auswirkung auf die Schutzgüter des Weltnaturerbes Wattenmeer gegeben.

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Ölförderung

Mitten im Nationalpark Wattenmeer liegt die Ölbohrplattform "Mittelplate". In einem Weltnaturerbe-Gebiet ist die Förderung von Bodenschätzen jedoch untersagt. Um 2009 das Wattenmeer überhaupt als Welterbe ausweisen zu können, wurden das Gebiet der Plattform sowie einige mögliche weitere Standorte pro forma aus der beantragten Fläche herausgeschnitten. 

Dieser bedenkliche "Kunstgriff" mahnt auch 10 Jahre nach der Anerkennung als Weltnaturerbe, dass die Ölförderung im Wattenmeer schnellstmöglich beendet werden muss.

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Rückkehr verschwundener Arten?

Im Weltnaturerbe Wattenmeer fehlen heute viele Arten, die ursprünglich hier heimisch waren. Die Kegelrobbe hat gezeigt, dass sich verschwundene Tiere schnell wieder ausbreiten können, wenn die Bedingungen stimmen. Vielleicht können auch die Rochen oder andere Arten wieder ins Wattenmeer zurückkehren.

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