Das Borstgras

(Nardus stricta)

Wie erkennt man es?

Bereits im März ist in den Dünen ein typisches Gras leicht zu erkennen, das seinem Namen Ehre macht: das Borstgras.  

Seine borstigen Büschel ragen wie dicke Pinsel aus dem Heidekraut der Dünentäler. Durch ihre hellgraue Färbung heben sie sich deutlich von der Umgebung ab. Sie stehen in Gruppen oder bilden stellenweise sogar geschlossene Rasen. Ähnlich sind Horste des Schafschwingels, der gleichermaßen dünne, steife Borstenblät- ter hat. Der Schafschwingel hat jedoch meist einzelne "gelockte" Blätter. Zudem kann er seine Blätter am Grund nicht nach außen biegen, was das Borstgras gut sichtbar und mit Nachdruck tut.

Es drückt Nachbarn weg und sichert sich so den "Platz an der Sonne". Im Zweifel erkennt man das Borstgras an seinen Blütenständen, die ab Mai erscheinen: die Stängel tragen zwei Reihen eng anliegender, spitzer Blüten. Die beiden Reihen stehen V-förmig zu einander. Zur Reifezeit beim Trocknen verwindet der Stiel sich oft etwas, so dass die dann abgespreizten Blütenspelzen spiralig angeordnet sind.

Wo ist das Borstgras zu finden?

Die Art ist in fast ganz Europa zu finden, stellenweise in Vorderasien, Nordafrika, in Grönland und an der Ostküste Amerikas, wohin sie möglicherweise vom Menschen verschleppt wurde. Sicher eingeschleppt ist sie in Neuseeland.

Das Borstgras kennzeichnet bodensaure, meist wechselfeuchte Standorte. Oft sind die Wuchsorte humusreich, aber stets nährstoffarm, so wie die Feuchtheiden der Dünentäler mit Glockenheide und Moosen oder regenreiche Bergwiesen der Mittelgebirge auf basenarmem Gestein. Im Gebirge kommt es vor allem zwischen 900 und 1900 m Höhe vor. Seine natürlichen Standorte sind schneereiche Gebirgswiesen und im Flachland die Ränder von Mooren.

Durch menschliche Landnutzung hat das Borstgras sich auf armen Böden weit ausbreiten können. Beweidung und Vertritt erträgt es recht gut, da seine Wuchszone geschützt zwischen den alten Blattscheiden liegt. Das Vieh mag das Borstgras nicht sonderlich gerne und frisst es nur zu Saisonbeginn, wenn es frisch austreibt.

Hätten Sie gedacht, dass...

  •  das Borstgras auf nassen Böden Torf bilden kann, andererseits aber mit Hilfe eines Wurzelpilzes auch Rohhumus, also Torf, abbauen und zur Nährstoffgewinnung nutzen kann?
  • as Borstgras sich mit seinen dicht beblätterten Ausläufern langsam kriechend ausbreitet, wodurch Ringe und Halbkreise entstehen können wie die Hexenringe der Pilze?
  • Borstgrasrasen der FFH-Biotopschutzrichtlinie unterliegen, weil das Borstgras wuchsschwache Standorte kennzeichnet, an denen verschiedene seltene Pflanzen wie z.B. die Arnika gedeihen?

Download des Infoblattes: