Die Krähenbeere

(Empetrum nigrum)

Seltsame Blätter

Krähenbeerzweige sehen wie kleine Flaschenbürsten aus, da sie rundum beblättert sind. Die 5 - 10 mm langen Blättchen sind im Sommer grün, im Winter braun und im Querschnitt röhrenförmig. Die Blätter sind mehrjährig, weil die Pflanze es sich nicht leisten kann, alljährlich die Blätter mitsamt den mühsam erkämpften Mineralsalzen abzuwerfen.

Vom Winde verweht

Schon Ende März können die rotbraunen Staubblätter der vom Wind bestäubten Blüten sprießen. Bis Mitte Juli wachsen dann zahlreiche schwarze Beeren heran. Roh wirken die Beeren abführend, was man an den lila Klecksen erkennen kann, die Stare, Möwen und Regenbrachvögeln allerorts hinterlassen.

Heide statt Wald

Die Krähenbeerheide ist von Island bis Kamtschatka dort anzutreffen, wo es von Natur aus keinen Wald gibt: im Gebirge, auf Hochmooren, in Küstendünen und in der arktischen Tundra. Die Art wächst nur auf sauren Böden, daher fehlt sie in den kalkreichen Dünen West- und Ostfrieslands fast völlig.

Was riecht denn da?

Wer die Dünen von Sylt und Amrum kennt, würde sie im Winterhalbjahr auch mit geschlossenen Augen am Duft erkennen. Es ist der charakteristische Duft der Krähenbeerheide, der untrennbar mit dieser baum- und strauchlosen Landschaft verbunden ist.

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