Eissturmvogel

(Fulmarus glacialis)

Ein Hochseevogel

In Deutschland findet man diese Vögel, die mit steifen, ausgestreckten Flügeln, unterbrochen von einer Serie rascher, flacher Flügelschläge über das Meer gleiten nur auf und rund um Helgoland. Als reine Hochseevögel sind sie - außer in der Brutsaison - nur selten an der Küste zu beobachten. Sie brüten in lockeren Kolonien auf Feldbändern und steilen Meeresklippen, wie es sie auch auf Helgoland gibt. Für das Leben auf See sind Eissturmvögel an langes, weites Fliegen angepasst und können so weite Entfernungen überwinden.

Röhrennasen

In Farbe und Körperform ähneln die Eissturmvögel einer mittelgroßen Möwe. Ihr Kopf ist jedoch kräftiger mit kurzem dicken Hals und Schnabel. Aus der Nähe betrachtet sind sie unverwechselbar an den röhrenartig verlängerten Nasenlöchern auf dem Schnabel zu erkennen. Diese enthalten Drüsen zur Salzausscheidung. Wie die Albatrosse gehören sie zur Ordnung der Röhrennasen.

Erfolgreiche Lebensstrategie

Die Weibchen sind erst mit 9 Jahren geschlechtsreif und legen dann pro Jahr nur ein Ei. Mit einer hohen Lebenserwartung von über 40 Jahren können die Eissturmvögel ihre Art jedoch trotzdem erfolgreich erhalten. Zudem sind die Eissturmvögel in Bezug auf ihre Nahrung besonders anpassungsfähig. Sie ernähren sich von Fischen, Garnelen, Planktonkrebsen, Weichtieren und auch Aas. Dank dieser erfolgreichen Lebensstrategie und ihrer Anpassungsfähigkeit bei der Nahrungssuche haben sie sich in den letzten 250 Jahren aus ihren ursprünglich hocharktischen weit südwärts ausgebreitet.
Wie auch viele Möwen haben die Eissturmvögel offenbar stark vom Walfang und der Fischerei profitiert. Inzwischen leiden die Bestände jedoch unter der Überfischung, der Langleinenfischerei und dem Müll im Meer.

Müll im Magen

Eissturmvögel nehmen bei der Jagd nach Fressbarem auch immer wieder im Meer treibende Müllteile auf. Inzwischen dienen Todfunde des Eissturmvogels als Indikator für die Belastung der Nordsee mit Plastikmüll. Ergebnisse der Untersuchungen des Forschungs- und Technologiezentrums Westküste der Christian-Albrechts-Universität Kiel und dem Institute for Marine Resources and Ecosystem Studies (IMARES) in den Niederlanden zeigen, dass aktuell 95% der Eissturmvögel Plastikmüll im Magen haben und zwar durchschnittlich 30 Plastikpartikel mit einem Gesamtgewicht von 0,33 g. Eine entsprechende Menge im Menschenmagen  würde eine Plastiktüte oder Brotdose füllen.

Weiterführende Informationen finden Sie in dem Artikel „Plastikmüll im Meer - Eissturmvögel als Bioindikator“.

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