Ohrenlerche

   (Eremophila alpestris)  

Ein komischer Vogel

Eine Verwechslung mit anderen Vögeln ist bei der Ohrenlerche kaum möglich. Sie ist etwa so groß wie die Feldlerche und trägt einen schwarzen Kehllatz und eine gelb-schwarze Stirnbinde, die in die Federohren übergeht. Außerdem ist sie immer nur im Winter bei uns und tritt in Schwärmen auf.

Friesland statt Afrika

Die Ohrenlerche ist von November bis März im Watt zu beobachten, sie überwintert hier. Gemeinsam mit Schneeammern und Berghänflingen sucht sie die Spülsäume nach angeschwemmten Samen ab. Im Sommer fressen Ohrenlerchen Kleintiere und Pflanzenteile, im Winter dagegen fast nur Samen. Im Wattenmeer sind Meldensamen (Queller, Keil-, Spießmelde) die Hauptnahrung.

Heute hier, morgen dort

Derzeit leben etwa 5 - 25.000 Ohrenlerchen in ganz Skandinavien, im Watt überwintern immerhin 5000. Ab September wandern die Ohrenlerchen der nördlichen Tundren gen Süden und suchen samenreiche Lebensräume aller Art auf. Dabei sind sie anscheinend sehr flexibel in der Wahl der Überwinterungsgebiete. Es ist bis heute unklar, ob die Art in den letzten 150 Jahren in weite Teile Mitteleuropas neu oder wieder eingewandert ist, und wieso sie jahrelang fehlte.