Seeregenpfeifer

(Charadrius alexandrinus)

Selten, aber bemerkenswert

Manchmal ist im Mai am Strand ein kurzes, zartes "Tüit" zu hören. Urheber ist der Seeregenpfeifer, einer der seltensten Brutvögel an unseren Küsten. Weil seine Strandbiotope immer stärker von Urlaubern beschlagnahmt werden, ist der Bestand im Wattenmeer seit 1970 von 1200 auf 400 Paare gesunken!

Wie lebt der Seeregenpfeifer?

Kurz nach der Ankunft aus den afrikanischen Winterquartieren besetzen die Männchen im April ihre Reviere und scharren mehrere Nistmulden. Anfang Mai legt das Weibchen drei Eier in ein Nest seiner Wahl. Die Jungen kommen so weit entwickelt zur Welt, dass sie schon nach wenigen Stunden selbstständig nach Insekten suchen können. Von ihren Eltern werden sie bis zum Flüggewerden nur bewacht und von Zeit zu Zeit gehudert (= gewärmt).

Ein Vogel der Rekorde

Seeregenpfeifer gehören unter den Vögeln zu den geduldigsten Liebhabern. Der Paarungsakt dauert oft 5 - 10 Minuten, während bei anderen Vögeln meist nach 5 Sekunden alles erledigt ist. Das 45 g schwere Weibchen legt in nur 4 Tagen drei Eier zu je 10 g. Das ist so, als würde eine Frau nach nur vier Tagen Schwangerschaft Drillinge von je 15 Kilo zur Welt bringen...