Ringelgans

  (Branta bernicla bernicla)  

Die Rottgans

"Rott rott rott" klingt der Ruf der Ringelgänse im Frühjahr und Herbst über die Vorländer und Halligen. Die Gänse rasten hier auf der Reise zwischen ihren Brutgebieten auf der sibirischen Taymir-Halbinsel und ihren Winterquartieren in Westeuropa. Die Küstenbewohner im Mittelalter dachten, die Ringelgans wachse in fernen Ländern an Bäumen, denn noch niemand hatte sie nisten sehen. Die mitunter angespülten Entenmuscheln auf Treibholz wurden für "unreife Gänsefrüchte" gehalten.

Ihr wichtigster Zeitvertreib

Als Vegetarier braucht die Ringelgans enorme Nahrungsmengen, denn nur knapp ein Drittel der aufgenommenen Nahrung kann tatsächlich verdaut werden. Daher läßt eine Ringelgans alle 3-4 Minuten ein "Würstchen" fallen. Im Herbst fressen die Gänse im Watt vor allem Seegras, Grünalgen und Queller. Nach der Überwinterung im Frühjahr grasen sie das junge Grün der Salzwiesen ab.

Ein Blick in das Familienleben

Ringelgänse können über 20 Jahre alt werden und leben wie alle Gänse in Einehe. Sie brüten jedes Jahr im selben Gebiet, sind außerhalb der Brutzeit sehr sozial und weiden in großen Schwärmen, die aus festen Familienverbänden bestehen, auf traditionellen Rastplätzen. Bis zum Frühjahr bleiben die Jungen in der Nähe ihrer Eltern, und 90% bleiben später den Rastgebieten treu, die sie von den Eltern "gezeigt" bekommen haben.

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